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Arthur Schopenhauer : Tugend und Egoismus |
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Tugend mit Egoismus - diese beiden werden sich nie umarmen. |
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Alle Tugend, so betonte Arthur Schopenhauer, die eines Lohnes wegen geübt werde, beruhe auf einem klugen weitsehenden Egoismus.* Gleiches gilt auch für ein Handeln, das zwar als Tugend erscheint, in Wahrheit aber nur darin begründet ist, irgendwelche Nachteile zu vermeiden. Das ist zum Beispiel besonders bei Religionen der Fall, die Moral predigen und hierbei göttliche Belohnung oder Strafe im Jenseits versprechen bzw. androhen.** Das Ergebnis ist dann nicht Tugend, sondern bestenfalls Wohlverhalten im Sinne religiöser und gesellschaftlicher Normen. Auch wenn es nicht gern eingestanden wird, hinter der vermeintlichen Tugend verbirgt sich oft Egoismus. Dazu Schopenhauer: “Kurzum, man setze zum letzten Beweggrund einer Handlung, was man wolle; immer wird sich ergeben, daß, auf irgend einem Umwege, zuletzt das eigene Wohl und Wehe des Handelnden die eigentliche Triebfeder, mithin die Handlung egoistisch , folglich ohne moralischen Werth ist.”(E 207) Wahre Ethik ist, wie Schopenhauer in seiner Preisschrift über die Grundlage der Moral eingehend darlegte, auf > Mitleid gegründet: “Dieses Mitleid selbst aber ist eine unleugbare Thatsache des menschlichen Bewußtseyns, ist diesem wesentlich eigen, beruht nicht auf Voraussetzungen, Begriffen, Religionen, Dogmen, Mythen, Erziehung und Bildung; sondern ist ursprünglich und unmittelbar, liegt in der menschlichen Natur selbst ...”(E 213) Gerade weil Tugend eine Ethik ohne Dogmen ist, ist sie nicht lehrbar - Tugend kommt eben aus dem Herzen und nicht bloß aus dem Kopf ! Zitathinweise ( aus Wagners > Schopenhauer - Register, Stichwort Tugend )
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Anmerkungen * S. hierzu W I 482, 621 f., P I 131 f. ** In diesem Zusammenhang ist zu fragen, wie es sich beim Buddhismus verhält, denn dieser ist nicht theistisch, gleichwohl |
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