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Arthur Schopenhauer : Gott - Theismus

Wenn ein Gott diese Welt gemacht hat,
so möchte ich nicht der Gott seyn:
ihr Jammer würde mir das Herz zerreißen.
            Arthur Schopenhauer , HNH III 57 (Nr. 138)*

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Zitathinweise (aus Wagners  > Schopenhauer - Register , Stichwort Gott )

  • Wichtigste Zitatquellen:
    >
    G 124 ff.; W I 480 ff., 576 ff., 602-609; W II 716 f.; P I 114-140, 200 ff.;
    P II 380 ff., 390 ff., 404 ff.
     
  • Der Anthropomorphismus  ( Gott in menschlicher Gestalt ) ist eine dem Theismus durchaus wesent-
    liche Eigenschaft. Ein unpersönlicher Gott ist gar kein Gott, sondern eine contradictio in adjecto (Widersinnigkeit).
    >
    P I 123 ff., 204; G 13, 124.
    Zwei Qualitäten sind von Gott unzertrennlich, nämlich Personalität und Kausalität. Nun gibt es aber diese nur in der sinnlichen Welt; das bessere Bewusstsein erhebt sich in eine Welt, wo es weder diese, noch Subjekt und Objekt gibt.
    >
    HNF 435.
    Ebenso sind zwei Prädikate von Gott unzertrennlich: die höchste Macht und die höchste Weisheit. >
    P II 106.
    Dem Gott, der ursprünglich Jehovah war, haben Philosophen und Theologen eine Hülle nach der andern ausgezogen, bis am Ende nichts, als das Wort, übrig geblieben ist.
    >
    P I 126.
    Beim Worte Gott denkt sich die Majorität der Europäer wirklich ein Individuum, wie einen Menschen. Die Gebildeten denken sich darunter entweder eine natura naturans (schaffende Natur) oder auch gar nichts Bestimmtes, halten jedoch sehr fest am Wort.
    >
    HNF 437; P I 122 f.
     
  • Der Theismus ist auf die Kapazität der Menge berechnet und setzt den Urquell des Daseins außer uns, als Objekt.
    >
    W II 703.
     
  • Die Pantheisten nennen das Samsara** Gott, die Mystiker das Nirwana. In seinem eigentlichen Sinn gebraucht das Wort Gott die Synagoge, die Kirche und der Islam.
    >
    P II 107.
     
  • Es ist ein unverschämtes Vorgeben, dass unsere Vernunft ein Organ für unmittelbare Erkenntnisse von überweltlichen Dingen wäre, dass wir ein angeborenes Gottesbewusstsein hätten, und daß das Dasein Gottes sich von selbst verstände.
    >
    G 40, 112, 124; W I XXVII f., 606 ff.; P I 121 f., 125 Anm., 200, 203, 206; P II 10; E 84.
    Wäre ein solches angeborenes Gottesbewusstsein vorhanden, so müsste ja notwendig über Gott eine eben so große Übereinstimmung unter den Menschen herrschen wie über die Gegenstände der Mathematik, und die Philosophen des Altertums, und andere Völker, besonders die Hindostanischen (indischen), müssten diesen Gedanken doch auch gehabt haben.
    >
    G 118 f.; W I 576f., 604; E 151; P I 124, 203.
                                                                                

Anmerkungen

*    S. Arthur Schopenhauer zur Theodizee : > Gott - ein Teufel ?  
                                                                      > Gott und das Leid     (Beitrag im Arthur-Schopenhauer-Blog)            :

* * Samsara , Sanskrit, wörtl. Wanderung; im Hinduismus der Kreislauf von Geburt, Tod und Wiedergeburt;
      im > Buddhismus der Kreislauf der Existenzen, solange ein Wesen nicht die Erlösung erreicht hat und ins
      Nirwana eingegangen ist.
      Im > Mahayana bezeichnet Samsara die Welt des Phänomenalen, was m. E. der Welt als Vorstellung im
      Sinne der Philosophie von Arthur Schopenhauer nahe kommt. Näheres zum Begriff Samsara s. Lexikon
      der östlichen Weisheitslehren, Bern, München, Wien 1986, S. 317.
                                                                                                                                                                                          
                                                        
> Arthur Schopenhauer : Gottesbeweise
                                                                                                                                                                                            HB 

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