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Zitate - Lebensweisheiten von Arthur Schopenhauer

Arthur Schopenhauer war wie kaum ein anderer weltbekannter Denker der Neuzeit ein Lebensphilosoph. Nicht theoretische Begriffe, sondern das Leben selbst, so wie es sich der unmittel- baren Anschauung darbietet, der Alltag der Menschen mit ihren Sorgen und Problemen, wozu auch Sterben und Tod gehören, waren der Ausgangspunkt seiner Lebensphilosophie. Viele der dort enthaltenen Lebensweisheiten sind mit  Schopenhauers sehr tiefer, bis in die Mystik hineinreichenden Philosophie verbunden. Die in der folgenden Sammlung, welche nach und nach ergänzt werden soll, zusammengestellten Zitate setzen aber nicht unbedingt nähere Kenntnisse von Schopenhauers Philosophie voraus, denn die Zitate sprechen für sich und dürften dadurch  dem Leser direkt verständlich sein. Hinzu kommt noch die meisterhafte, für den Bereich der Philosophie wohl unüber- troffene Sprachkunst Schopenhauers. Die nachstehende Auswahl von Zitaten kann hiervon nur kleine “Kostproben” bieten. Die jeweils angegeben Zitatquellen ermöglichen es jedoch dem Leser, sich davon selbst ein umfassendes Bild zu machen. Es lohnt sich!
                                                                                                                                                    
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                                                           Zitate A - B

Sogar an Abrichtungsfähigkeit übertrifft der Mensch alle Tiere ...; wie denn überhaupt die Religion das rechte Meisterstück der Abrichtung ist, nämlich die Abrichtung der Denkfähigkeit; daher man bekanntlich nicht früh genug damit anfangen kann. Es gibt keine Absurdität, die so handgreiflich wäre, dass man sie nicht allen Menschen fest in den Kopf setzen könnte, wenn man nur schon vor dem sechsten Jahre anfinge, sie ihnen einzuprägen, indem man unablässig und mit feierlichem Ernst sie ihnen vorsagte.
Arthur Schopenhauer , P II 638

Man ... bedenke, dass, wenn man alle Absurditäten, die er (der Mensch) glaubt, ihm ausreden wollte, man Methusalems Alter erreichen könnte, ohne damit fertig zu werden.
Arthur Schopenhauer , P I 493

Der Verlauf und die Begebenheiten unseres individuellen Lebens sind hinsichtlich ihres wahren Sinnes und Zusammenhanges den gröberen Werken in Mosaik zu vergleichen. Solange man dicht vor diesen steht, erkennt man nicht recht die dargestellten Gegenstände und wird weder ihre Bedeutsamkeit noch Schönheit gewahr: erst in einiger Entfernung treten beide hervor. Ebenso nun versteht man den wahren Zusammenhang wichtiger Vorgänge im eigenen Leben oft nicht während ihres Verlaufs, noch bald darauf, sondern erst geraume Zeit nachher.
Arthur Schopenhauer , P I I 628 

Wenn wir jung sind, vermeinen wir, dass die in unserem Lebenslauf wichtigen und folgenreichen Begebenheiten und Personen mit Pauken und Trompeten auftreten werden: im Alter zeigt jedoch die retrospektive (rückschauende) Betrachtung, dass sie alle ganz still, durch die Hintertür und fast unbeachtet hereingeschlichen sind.
Arthur Schopenhauer , P I 513

Ein schnell eintretender Ruhm (ist) ein verdächtiges Zeichen: er ist nämlich der direkte Beifall der Menge. Was aber dieser auf sich habe, wusste Phokion, als er bei dem über seine Rede laut gewordenen Volksbeifall seine nahe stehenden Freunde fragte: “habe ich etwa unversehens etwas Schlechtes gesagt?”
Arthur Schopenhauer , P I I 499

Fortsetzung folgt!  

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