|
- Zufall , kommt von Zusammenfallen, Zusammentreffen, und ist das Aufeinanderfolgen in der Zeit von Begebenheiten, die nicht in Kausalverbindung stehen
> G 88; W I 550, 555; E 8; P I 229, 230.
- Die Erklärung des Zufälligen der früheren Philosophie war grundverkehrt; man erklärte Alles, was durch einen Grund gesetzt ist, für das Zufällige. Der Ursprung für falschen Erklärung findet sich schon bei Aristoteles, und Kant behielt sie bei
> W I 552 f.
- Die Zufälligkeit ist eine bloß subjektive Erscheinung, entstehend aus der Begrenzung des Horizonts unseres Verstandes
> W I 556; (P I 229 f.).
- Der Begriff der Zufälligkeit ist keine besondere Erkenntnisform des Verstandes; vielmehr stammt er aus dem > Satze vom Grunde, aus der Erkenntnis der Notwendigkeit, indem auf diese die Reflexion angewandt wird: er entsteht durch den Konflikt des abstrakten Erkennens mit dem intuitiven
> W I 549 ff., 556.
- Kant hat die Begriffe des Notwendigen und Zufälligen mit einander verwechselt
> W I 551 f.
- Die Zufälligkeit ist das kontradiktorische Gegenteil, d. h. die Verneinung der Notwendigkeit
> W I 550; E 8.
- Jedes Zufällige ist nur relativ ein solches; es gibt kein absolut Zufälliges. Dies ist ein undenk- barer Begriff, der jedoch sonderbarer Weise mit dem der Freiheit zusammentrifft
> W I 550, 552; E 8, 46; P I 229 f.
- Aller Zufall ist im Grunde notwendig
> W II 688. Alle Zufälle werden von einer tief verborgenen Notwendigkeit umfasst. > Schicksal
Worauf das zufällige Zusammentreffen aller Bedingungen einer im höherem Sinne notwendi- gen Begebenheit beruht > P I 230.
- Die Vereinbarkeit der Zufälligkeit mit der Notwendigkeit einer Begebenheit ist nur möglich bei der Unterscheidung zwischen Erscheinung und > Ding an sich
> P I 237.
- Die ( empirische ) Zufälligkeit der Dinge ist nur Phänomen
> G 159.
- Die im tiefsten Grunde der Dinge liegende Einheit des Zufälligen und Notwendigen
> P I 221 f., 224. Von dieser Einheit des Zufälligen mit dem Absichtlichen einen deutlichen Begriff zu erhalten, ist unmöglich; es ist ein Abgrund der Betrachtung. > W II 370, 688; P I 215 f., 225; P II 471.
- Der Charakter des Menschen ist kein Werk des Zufalls
> E 55 f., 73.
- Der Zufall hat bei allen menschlichen Dingen so großen Spielraum, dass wir in unseren Vor- kehrungen nicht zu weit in die Zukunft greifen, sondern auch auf den Zufall rechnen sollten, der manche Gefahr wider verschwinden lassen kann
> P I 501 Anm. Wohl ist der Zufall eine böse Macht, der man so wenig wie möglich anheimstellen soll; aber er versteht auch die königliche Kunst, uns einleuchtend zu machen, dass er Gaben zu verge- ben hat und gegen seine Gunst und Gnade alles Verdienst ohnmächtig ist > P I 498.
- Alle Güter des Lebens stehen in der Macht des Zufalls
> W I 105; W II 172. Der Zufall ist das launigste und mutwilligste Kind der Natur > W II 689. Der Zufall ist stets auf Schabernack bedacht > W I 380. Er ist das Werkzeug des waltenden Schicksals > W I 361; W II 688; P I 218, 224, 231.
- Die Zufälle, welche die Gesamtheit der Individuen treffen, gleichen sich aus, während die dem Einzelnen begegnenden Glück oder Irrtum herbeiführen
> W I 442.
- Der Zufall hat den Irrtum zum Mitregenten
> P I 216. Zufall und Irrtum sind die Beherrscher der Welt > W I 298, 300, 380, 382, 415, 448; W II 495, 497; E 87; P 224, 460.
|