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Arthur Schopenhauer : Natur

Ob nicht Natur zuletzt sich doch ergründe? Arthur Schopenhauer wählte dieses Zitat von Goethe als Motto, das er dem ersten Band seines Hauptwerkes Die Welt als Wille und Vorstellung voranstellte. Schon daraus wird deutlich, dass gerade für den Lebensphilosophen Schopenhauer das auch heute höchst aktuelle Thema Natur zentrale Bedeutung hatte. Es steht in engem Zusammenhang mit seiner Lehre vom (metaphysischen) Willen, der sich in allen Erscheinungen dieser Welt und somit auch in der Natur manifestiert. Gustav Wagners folgende Kurzfassung von Schopenhauer-Zitaten gibt hierzu, wie ich meine, einen interessanten und für Schopenhauers Philosophie aufschlussreichen Überblick.
                                                                                                                                                                                 hb

Zitathinweise (aus Wagners  > Schopenhauer - Register , Stichwort Natur )

  • Die Natur ist der objektivierte Wille, der unser eigenes Wesen ausmacht.
    > W I 262, 325 f.; W II 316, 175.
    Die Natur ist die Bejahung des Willens zum Leben.
    > W I 479.
    Natur bedeutet das ohne Vermittlung des Intellekts Wirkende.
    > W II 304.
    Nicht ein Intellekt hat die Natur hervorgebracht, sondern die Natur den Intellekt.
    > W II 326, 373, 390; N 38 f.
     
  • Die Natur hat als Basis die Gesetze des Raumes, der Zeit und der Kausalität,
    > P I 282 ff.; W I 601.
    Auf dem rein objektiven Wege gelangt man nie ins Innere der Natur; nur auf dem subjektivem Wege ist dies möglich, und da finden wir es als den Willen.
    > W II 304, 309, 402, 417, 201, 304; N 91; P II 99 Anm.; W I 149, 322 f., 507.
    Wir müssen die Natur verstehen lernen aus uns selbst, nicht umgekehrt uns selbst aus der
    Natur.
    > W II 219.
     
  • Die Natur macht alle Wahrheit erst zur Wahrheit.
    > P II 51.
    Dogmen wechseln und unser Wissen ist trüglich; aber die Natur irrt nicht.
    > W I 331 f.; W II 530.
     
  • Vergänglichkeit, ewiger Wechsel ist der Grundcharakter aller Dinge; dabei ermüdet die Natur  nicht, weil ihr Kern ein Unverwüstliches, ein Ding an sich ist.
    > P II 100 f.; W II 366.
     
  • Das Symbol der Natur ist der Kreis, weil er das Schema der Wiederkehr ist, durch welche  allein in dem rastlosen Strom der Zeit und ihres Inhalts doch ein bestehendes Dasein, d. i. eine Natur, möglich wird.
    > W II 545.
     
  • Der Natur liegt bloß unser Dasein, nicht unser Wohlsein am Herzen.
    > HNF 422.
     
  • In der Natur ist überall Streit, Kampf und Wechsel des Sieges.
    > W I 174 f., 192; P II 100 f.
     
  • Die ganze Stufenfolge der Wesen ergänzt sich erst zur vollständigen Objektivation des Willens  (das sind dessen Erscheinungsformen in der Natur); daher konnte die höchste Stufe nicht ohne die niedrigen auftreten, und jede Stufe bedarf zu ihrer Erhaltung der anderen, woraus der Kampf und Streit und das Leiden, welches der Tierwelt die Natur selbst bereitet, hervorgeht.
    > W I 182 f., 175. 313 f.; W II 404; N 46; P II 259, 344.
     
  • Wie misslich es sei, als ein Teil der Natur zu existieren, erfährt jeder an seinem eigenen Leben und Sterben.
    > W II 694 f., 3; P II 58.
    Was für eine entsetzliche Natur ist diese, der wir angehören!
    > W II 406 Anm.
     
  • Die Allmutter Natur, aus deren Schoß alles hervorgeht, um einst in ihn zurückzufallen.
    > W II 542, 327, 360, 536, 539.
     
  •  Wie ästhetisch ist doch die Natur! Jedes freie Fleckchen dekoriert sie auf die geschmack- vollste Wiese mit Pflanzen und Blumen.
    > W II 462; P II 459.
     
  • Die Natur ist der Meister aller Meister.
    > W II 481, 366; N 54.

                       >  Der Kampf in der Natur und der hungrige Wille

                       >  Fressen und gefressen werden als Naturprinzip? (Blogbeitrag)

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