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Kurt Tucholsky :

Arthur Schopenhauer

Es ist gar nicht einzusehen, warum Du nicht mehr Schopenhauer liesest. Was an dem System wahr ist, ob es wahr ist und ob nicht ... das kann ich nicht beurteilen. Aber es fällt eine solche Fülle von klugen und genialen Bemerkungen dabei ab, fast alle klassisch zu Ende formuliert, niemals langweilig, immer von oben, ein Herr, das Ganze durchblutet von einem so starken Temperament - das solltest Du immerzu lesen. Parerga und Paralipomena und, wenn Du Dich an das  Hauptwerk nicht herantraust, dann jedenfalls viele kleine Nebenwerke.

Aus einem Brief vom 5.8.1935 der Briefe aus dem Schweigen 1932-1935. Hrsg, v. Mary Gerold-Tucholsky und Gustav Huonker. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1977, S. 199 f. (Zit. aus: Über Arthur Schopenhauer . Hrsg. v. Gerd Haffmans. 3., erneut erw. u. verb. Aufl. 1981. Diogenes Taschenbuch 153. Zürich, S. 265 f.)

       Bereits das obige Tucholsky-Zitat lässt erkennen, wie sehr dieser Arthur Schopenhauer zugetan war. Aufschlussreich ist dazu, was der Literaturwissenschaftler Hans Mayer in seinem Beitrag Der pessimistische  Aufklärer Kurt Tucholsky schrieb:

        Wenn Tucholsky über Marx spricht und den Marxismus, von denen er nicht allzu gewußt hat, so meinte er die kritische Methode dieser Gesellschaftswissenschaft: ihre materialis- tische  Geschichtsauffassung  und ihre Kritik der bürger- lichen Ökonomie. Marxismus als Einheit von Theorie und Praxis, bestimmt zur Errichtung neuer Gesellschafts- und damit auch Machtverhältnisse war ihm fremd und eigentlich widerlich. Dagegen stellt er den Pessimismus seines geliebten Schopenhauer [durch die Redaktion hervorgehoben]. Bei Schopenhauer glaubte er die Antwort auf das Dilemma  zwischen der Utopie und ihrer Verwirklichung gefunden zu haben.

         Meyer hob hierbei Tucholskys Bekenntnis zu Schopenhauer hervor. Tucholskys Aversion gegen Brecht, so meinte Meyer, hing tief mit seiner eigentümlichen (also auf Schopenhauer beruhenden) Privatphilosophie zusammen. Die nämlich, die philosophische Konzeption des Mannes mit den fünf PS [Tucholsky], strebte nach einem sonderbaren Amalgan aus Lichtenberg und Schopenhauer.

Hans Mayer in: Der pessimistische Aufklärer Kurt Tucholsky. In: Akzente, 14. Jg., Heft 1, Müchen 1967, S. 78 ff. (zit. aus: Über Arthur Schopenhauer, a. a. O., S. 266 ff.)

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