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Arthur Schopenhauer über das Glück

Das Glück ist keine leichte Sache:
es ist sehr schwer, es in uns selbst,
und unmöglich es anders wo zu finden.
Arthur Schopenhauer , > Aphorismen zur Lebensweisheit *

Zitatquellen nach Auszügen aus Wagners Schopenhauer - Register

Studienkreis

  • Der rasche Übergang vom Wunsch zur Befriedigung und von dieser zum neuen Wunsch macht das Glück aus.
    > W I 196, 307 f., 370; P II 631.
    Da aber keine Befriedigung dauernd, sondern nur der Anfangspunkt eines neuen Strebens ist, so zeigt sich schon in dieser Ziellosigkeit ... die Negativität alles Glückes.
    > W I 378 f., 196, 231, 365; W II 404.
    Das Glück ist negativer Natur, d. h., es ist nur die Befriedigung eines Wunsches, die Aufhebung einer Entbehrung, die Stillung eines Schmerzes.
    > W I 376 f., 443 f.; E 210 f.
    Dies zeigt sich daran, dass wir der Güter und Vorteile, welche wir besitzen, Gesundheit,
    Jugend, Freiheit, Reichtum, gar nicht als solcher inne werden, sondern erst nachdem wir
    sie verloren haben.
    > W I 377; W II 659 f.; P I 431, 464; P II 312 ff.
     
  • Im Guten wie im Schlimmen kommt es weniger darauf an, was einem begegnet, als wie man es empfindet.
    > P I 341.
    Nicht was die Dinge objektiv und wirklich sind, sondern was sie für uns, in unserer Auffassung, sind, macht uns glücklich oder unglücklich.
    > P I 344.
    Der innere Reichtum ist die Hauptsache. Von andern  hat man nicht viel zu erwarten; am Ende bleibt doch jeder auf sich selbst angewiesen.
    > P I 351, 336, 348.
    Das Glück gehört denen, die sich selber genügen. Alle äußeren Quellen desselben sind unsicher und vergänglich.
    > P I 351 f.
    Der normale Mensch ist, hinsichtlich des Genusses des Lebens, auf Dinge außer ihm ange-
    wiesen, auf Besitz, Rang, Familie; sein Schwerpunkt fällt außer ihm. Beim Geistreichen fällt derselbe schon zum Teil, beim Genialen ganz in ihn.
    > P I 358 f.
    Es ist eine große Torheit, um nach außen zu gewinnen, nach innen zu verlieren.
    > P I 353.
     
  • Geistige Fähigkeiten sind die Hauptquelle des Glücks. Die geistigen Genüsse sind die anhaltend- sten, mannigfaltigsten und größten. Der Geistreiche bedarf zum Glück nichts weiter als freie Muße.
    > P I 336, 352 f., 355 ff., 360, 184.
    Kein Glück auf Erden kommt dem gleich, welches ein schöner und fruchtbarer Geist, zur glücklichen Stunde, in sich selbst findet.
    > P II 534.
    Nicht dass die Nachwelt von einem erfahre, sondern dass in ihm sich Gedanken erzeugen, welche verdienen, aufbewahrt zu werden, ist ein hohes Glück.
    > P I 421 f., 424.
     
  • Moralische Trefflichkeit beglückt unmittelbar, indem sie tiefen Frieden des Innern und beruhigte Stimmung gibt.
    > E 272; P I 364.
    Das Wesentlichste für das Glück ist ein aus vollkommener Gesundheit hervorgehendes ruhiges und heiteres Temperament, ein klarer Verstand, ein sanfter Wille und demnach ein gutes Gewissen. Besonders wichtig ist die Gesundheit; 9/10  unseres Glücks beruhen auf dieser.
    > P I 337 ff., 342 ff., 375 f.
    Das nächst der Gesundheit wesentlichste Element unseres Glückes ist die Gemütsruhe. Diese ist aber nur in der Einsamkeit zu finden; denn jeder kann im vollkommenen Einklange nur mit sich selbst stehen.
    > P I 448.                                                                        
  • Alles Glück beruht nur auf dem Verhältnis zwischen unseren Ansprüchen und dem, was wir erhalten.
    > W I 104 f.; P I 365 f.; P II 621.
    Das größte Glück ist eine schmerzlose Existenz. Um nicht sehr unglücklich zu werden, ist das sicherste Mittel, dass man nicht verlange, sehr glücklich zu sein.
    > P I 434.
    Wer das Resultat seines Lebens ... ziehen will, soll die Rechnung nicht nach den Freuden, die er genossen, sondern nach den Übeln, denen er entgangen ist, aufstellen.
    > P I 431 f., 525; P II 314.
     
  • Bei unserem Streben nach Glück finden wir manchmal stattdessen Belehrung und Einsicht - ein bleibendes Gut.
    > P I 439.
     
  • Geringe Zufälle vermögen den, dem es gut geht, vollkommen unglücklich zu machen; vollkommen glücklich, nichts auf der Welt.
    > W II 663.
     
  • In schlimmen Tagen erscheinen uns vergangene schmerzlose Stunden, die wir unbeachtet ließen, unendlich beneidenswert.
    > P I 443, 500.
    In guten Tagen kann man sich die vergangenen schlimmen nur sehr unvollkommen vergegenwärti- gen; hingegen in schlimmen Tagen die glücklichen sehr lebhaft.
    > P II 641.
     
  • Der Neid ist der Feind unseres Glückes; wir sollten öfter die betrachten, welche schlimmer daran sind als wir, denn die, welche besser daran zu sein scheinen.
    > P I 458, 464.
    Für den Glücklichen nimmt die ganze Welt eine heitere Farbe an.
    > W II 426.
    Unsere unmittelbare Teilnahme am anderen ist auf sein Leiden beschränkt und wird nicht direkt durch sein Glück erregt.
    > E 210 f., 237.
    Beim Sturz von der Höhe des Glückes droht der Neid sich in Schadenfreude zu verwandeln. Jedoch geht meistens eine Umgestaltung in den Herzen der Übrigen vor, indem Mitleid eintritt und die Neider zu tröstenden Freunden werden.
    > E 237.
    Beim Schwinden des Glückes zeigen sich die Freunde.
    > E 237.
    Ein ungewohnter glücklicher Zustand macht die Menschen teilnehmend und wohltätig; aber ein anhaltender macht hartherzig, weil er sie dem Leiden so sehr entfremdet, dass es nicht mehr mitgefühlt wird.
    > P II 627.

Anmerkung
*
Deutsche Übersetzung eines Spruches von Chamfort, den Arthur Schopenhauer seinen
   > Aphorismen zur Lebensweisheit als Motto vorangestellt hatte. Auf diese Aphorismen
 
  bezieht sich ein großer Teil der obigen Zitate  (P I, 329-530).

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