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Arthur Schopenhauer : Gerechtigkeit

Zwischen der Gerechtigkeit und der echten Redlichkeit des Herzens
 ist ein analoges Verhältnis
wie zwischen der Höflichkeit und der echten Menschenliebe
.
Arthur Schopenhauer , E 187.

Die folgenden Textauszüge sind aus: Gustav Friedrich Wagner :
Encyklopädisches Register aus Schopenhauer´s Werken ,
 1. Aufl., Karlsruhe 1909, S. 152 f. (Stichwort: Gerechtigkeit ).

  • Hauptstellen:
    > W I 414 ff., 437 ff. ; E 212 ff.
     
  • Die triviale Definition der Gerechtigkeit heißt: Jedem das Seinige geben
    > E 217.
     
  • Wenn auf der Welt Gerechtigkeit herrschte, wäre es hinreichend,
    sein Haus gebaut zu haben; aber weil das Unrecht an der Tagesordnung ist,
    so ist erfordert, dass man auch im Stande sei, es zu schützen
    > P II 258.
  • Die Gerechtigkeit ist die bloße Negation des Bösen; sie ist eine negative
    Tugend, eine Schutzwehr, welche den Anderen vor Verletzungen bewahrt
    > W I 437; E 213f., 217.
    Daher lässt sie sich auch erzwingen
    > E 217.
     
  • Gerechtigkeit hat als Basis das Mitleid
    > E 208 f., 212 f., 216.
  • Wenn ein Mal die Maxime der Gerechtigkeit wankt,
    ist kein Motiv wirksamer, als das aus dem Mitleid geschöpfte
    > E 216.
     
  • Der höchste Grad der Gerechtigkeit geht so weit, daß man seine Rechte auf
    ererbtes Eigentum in Zweifel zieht und jede fremde Dienstleistung, jeden Luxus
    als einen Vorwurf empfindet
    > W I 438.
     
  • Die zeitliche Gerechtigkeit hat ihren Sitz im Staate; sie ist eine vergeltende und
    strafende und wird allein durch die Rücksicht auf die Zukunft zur Gerechtigkeit
    > W I 414.
     
  • Die ewige Gerechtigkeit beherrscht nicht den Staat, sondern die Welt;
    sie ist nicht von menschlichen Einrichtungen abhängig, nicht unsicher und schwankend,
    sondern unfehlbar und sicher
    > W I 414.
  • Zwei Eigentümlichkeiten der menschlichen Natur zeigen, daß das Wesen
    der ewigen Gerechtigkeit Jedem, wenigstens als dunkles Gefühl,
    bewußt ist: nämlich die Befriedigung, daß Der, welcher ein Leiden
    verursacht hat, das selbe Maß des Schmerzes wieder erleide, und
    diejenige Vergeltungssucht, bei welcher der Rächer  bewußt und
    freiwillig selbst in den Tod geht
    > W I 422 ff.
  • Die ewige Gerechtigkeit ist nur zu retten durch die Annahme,
    daß Erzeuger und Erzeugtes dem Wesen nach identisch sind
    > W II 652.
  • Die ewige Gerechtigkeit wird von Dem im principio individuationis
    Befangenen nicht erkannt
    > W I 416 f., 418, 419f.
  • Die tiefere im principio individuationis nicht mehr befangene Erkenntnis
    fordert keine Vergeltung, da sie die ewige Gerechtigkeit erkennt
    > W I 423.

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