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Arthur Schopenhauer : Ethik und Moral

Moralisieren ist einfacher als Aufrichtigsein.
                                   Arthur Schopenhauer ,  E 225

Teil 2  ( > Teil 1 )

Zitatquellen nach Auszügen aus Wagners Schopenhauer - Register

  • Alle bisherigen Versuche, die Ethik zu begründen, sind misslungen. Es sind meistens unerwiesene, aus der Luft gegriffene Behauptungen, spitzfindige Maximen, künstliche Begriffskombinationen, welche zwar geeignet sind, in den Hörsälen widerzuhallen, die aber nimmermehr den Antrieb zu rein moralischen Handlungen enthalten und denen das wirkliche Leben Hohn spricht.
    > E 185 f., 109, 115 f., 130, 143 f., 168, 195, 198 f., 205, 208, 213, 233, 245 f., IX; W II 92.
    Die Moral hat mit dem wirklichen Leben des Menschen, nicht mit apriorischen Kartenhäusern zu tun.
    > E 143.
    Der Ethiker muss sich begnügen mit der Erklärung und Deutung des Gegebenen, also des wirklich Seienden oder Geschehenden.
    > E 120.
    Zur Auffindung des Fundaments der Ethik bleibt kein anderer Weg als der empirische, nämlich zu untersuchen, ob es überhaupt Handlungen von echtem moralischen Wert gibt. Dies werden solche der Gerechtigkeit und Menschenliebe sein, welche sodann als gegebenes Phänomen zu betrachten und zu deuten sind.
    > E 109 f., 143, 195, 204 f., 260 ff.
     
  • Das Fundament, auf welches Arthur Schopenhauer die Ethik stellt, ist sehr schmal, indem nur der kleinere Teil der lobenswerten Handlungen als aus rein moralischen Beweggründen entsprungen nachgewiesen wird, der größere hingegen als auf Motiven beruhend, deren Wirksamkeit zuletzt
    auf Egoismus zurückzuführen ist.*
    > E 110 f., 187, 193, 195, 216.
    Schopenhauers Ethik hat allein ein sicheres Fundament und ist mit einer Strenge bewiesen, die
    der mathematischen nahe kommt.
    > W II 740; E XVI, 258; N 141 f.; P II 216.
     
  • Nimmt man von menschlicher Satzung, Staatseinrichtung oder Religionslehre unabhängige Moralgesetze an, so hat man sie auch zu beweisen, wenn man darauf bedacht ist, in der Ethik
    die Redlichkeit nicht nur zu predigen, sondern auch zu üben.
    > E 120 f., 172.
     
  • Schopenhauers Fundament der Ethik beruht auf der Wahrheit , welche im Veda ( in den
    > Upanishaden ) durch die Formel > Tat twam asi ausgesprochen wird, nämlich auf der Durchschauung des > principium individuationis.
    > W I 442; W II 690; E 208 f., 270 f.; P I 143; P II 234.
    Auf dieser Basis schließt Arthur Schopenhauer in seine Philosophie zur Moral auch den Schutz  der > Tiere mit ein,** was die christliche Ethik nicht tut, weshalb man aufhören sollte, diese die allervollkommenste zu heißen.
    > E 238 ff.; P II 397, 400.
    Pfui! über die Parias-Moral, die das ewige Wesen in allem Leben verkennt.
    > E 162.
    Die Begründung der Ethik durch Schopenhauer ist für den abendländisch Gebildeten paradox,
    hat aber die Autorität Rousseaus für sich und stimmt mit der Indischen Weisheit überein.
    > E 231, 246, 249, 274.
     
  • Mit dem Anknüpfungspunkt der Ethik an eine gegebene Metaphysik ist es überall äußerst
    schlecht bestellt.
    > E 263.
    Dennoch ist die Forderung, dass die Ethik sich auf irgendeine Metaphysik stütze, unabweisbar.
    > E 108 f., 261, 263; N 140 f.
    Nur die Metaphysik ist eine Stütze der Ethik, welche, wie die von Schopenhauer, schon selbst ursprünglich ethisch ist.
    > N 141 f.
     
  • Die Moral muss durch ein Dogma gestützt werden; daher nimmt man, so lange man das wahre nicht kennt, ein mythisches. Aber braucht die Moral wirklich ein Dogma?
    > E 109, 262 f.; W I 43, 427 Anm.
     
  • Die Ethik als ein Teil von Schopenhauers Metaphysik
    > P II 19 f.; E 109; W I VII; W II 740.
    Seit Sokrates ist das Problem der Philosophie, eine moralische Weltordnung als Grundlage der physischen nachzuweisen; aber erst Arthur Schopenhauer hat das Problem gelöst.
    > W II 677 ff.; N 140 f.; P II 216, 37; W I 107, 313.
    In Europa ist der Ethik ihr höchstes Ziel in der Rechts- und Tugendlehre gesteckt; es ist aber
    noch ein weiterer bedeutender Schritt zu tun, indem die moralischen Tugenden nur ein Übergang zum wahren Zweck des Lebens sind, welches die Verneinung des Willens ist. Das Moralische
    liegt zwischen der Bejahung und Verneinung des Willens zum Leben.
    > E 274; W II 240 f., 695 ff., 700, 735; P II 335 ff.; W I 447, 625.

Anmerkungen:

*   Stimmt man der Auffassung Schopenhauers zu, dass Ethik uneigennützige Motive voraussetzt, dann dürfte es wohl
       kaum eine christliche, islamische, buddhistische oder andere religiöse Ethik geben, denn dort werden Strafen und
       Belohnungen für Handlungen und Unterlassungen, welche die betreffenden Religionen verbieten, gebieten oder
       empfehlen, in Aussicht gestellt. Wer diesem folgt, verhält sich eigennützig und somit nicht ethisch im Sinne Arthur
       Schopenhauers.

**  Arthur Schopenhauer war der erste bedeutende westliche Philosoph der Neuzeit, der auch die Tiere in seine
       allumfassende  Ethik voll einbezog. So wurde Schopenhauer einer der wichtigsten Vorläufer der heutigen
       > Tierrechtsbewegung und > Tierethik .

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